|
Erfolgreichster Vertragsabschluss in der Geschichte Afghanistans
Aynak heißt Afghanistans Kupfermine 35 Kilometer südöstlich von Kabul. Sie zählt zu den größten der Welt. Gerade im letzten Monat wurden die Verträge unterzeichnet, die künftig einen chinesischen Investor zum Abbau des Metalls in Afghanistan berechtigen. Dass im Vorfeld des Verkaufs nichts überstürzt wurde und es zu einem fairen Wettbewerb um die Kupfermine kam, dafür sorgte auch das Engagement des CIM-Experten Prof. Dr. Rahman Ashraf. Als persönlicher Seniorberater des Präsidenten Hamid Karzai im Bereich Bergbau und Energie setzte sich Ashraf zunächst für gesetzliche Grundlagen ein. Er überarbeitete beispielsweise das veraltete Mineralgesetz Afghanistans. „Wir haben es an internationalen Standards ausgerichtet, es sind nun Grundlagen zu Verkauf und Pacht festgehalten und das wichtige Thema Naturschutz wird berücksichtigt“, so der Deutsch-Afghane. Schließlich stellte Ashraf das Projekt Kupfermine auf einer Messe in Toronto vor. Bei 35 potenziellen Investoren erregte er gleich Aufmerksamkeit. Neun Firmen – beispielsweise aus Kanada, Australien oder Kasachstan – blieben schließlich übrig. Sie schauten sich die Mine vor Ort an und stiegen in die Verhandlungen mit ein. Den Zuschlag erhielt schließlich die MCC China Metallurgical Group. „Das ist der beste Vertragsabschluss in der Geschichte Afghanistans“, so die Integrierte Fachkraft, die internationale Rechtsexperten zu den Vertragsverhandlungen mit ins Boot holte. Im Paket mit einem Eisenbahnprojekt und dem Bau zweier 200 Megawatt Kohlekraftwerke werden sich die Investitionen der Chinesen auf rund sieben Milliarden Dollar belaufen. Allein der Kupferabbau in der Mine Aynak wird zunächst etwa 3.000 Arbeitsplätze schaffen.
ARBEIT UND BILDUNG ALS SCHLÜSSEL ZUM FRIEDEN IN AFGHANISTAN
„Das ist ein erster wichtiger Schritt für Afghanistan“, ist Ashraf überzeugt, der an Arbeit und Bildung als Schlüssel zum Frieden im Land glaubt. Seit 2004 ist er einer von derzeit zehn CIM-Experten in Afghanistan, die eng mit der GIZ zusammenarbeiten. Förderung der Privatwirtschaft oder der Agrarindustrie gehören ebenso zu den Arbeitsfeldern der Integrierten Fachkräfte wie Stadtplanung und Wohnungsbau. Rahman Ashraf engagiert sich aktuell auch für die Hochschulausbildung im Land. Vor gut einem Jahr ist er zum Rektor der Universität Kabul ernannt worden. Nun reist Ashraf in dieser Funktion gerade durch Deutschland und Frankreich, um alte Partnerschaften – beispielsweise mit den pharmazeutischen und rechtswissenschaftlischen Fakultäten in Lyon und Paris – wieder aufzunehmen und zu erneuern. Mit acht Studenten startete der Betrieb an der Universität Kabul 1938. Heute sind es 20.000, die ihren Hochschulabschluss in über 67 Fachbereichen anstreben. „Auch hier haben wir unter Null anfangen müssen, haben zerstörte Gebäude erst wieder aufgebaut und immer noch keine Labore zur Verfügung“, so der promovierte Geologe. Er hofft nun darauf, dass die Aktivitäten an der Universität Kabul auf die weiteren 14 Hochschulen in den Provinzen überspringen werden.
|